Bevor ich in die Hohenegg kam, hatte ich vieles versucht – Beratungen, Therapien, Medikamente. Nichts brachte langfristig Erleichterung. Als mein Zustand immer schlechter wurde, entschied ich mich schliesslich für einen stationären Aufenthalt. So kam ich am 2. Oktober 2025 in die Privatklinik Hohenegg.
Ich kam dort an – überflutet von tiefer Traurigkeit, mentalen Problemen und alten Traumata, die einfach nicht verschwinden wollten. In mir war ein Schmerz, der nicht mehr aufhören konnte, weil er schon so lange da war. Am Anfang war ich in einem tiefen Loch. Ich hatte kaum Kraft, aus dem Bett zu kommen. Oft blieb ich einfach liegen, obwohl ich wusste, dass ich eigentlich zur Therapie müsste.
Ein erster Wendepunkt kam, als mich der Stationsleiter darauf hinwies, dass das kein zielführender Weg sei. Dieser Satz hat mich getroffen, aber er hat mich auch geweckt. Ich nahm all meine Motivation zusammen und begann, mein Therapieprogramm wirklich wahrzunehmen.
Mein Programm bestand aus Gruppentherapien, Gestaltungs- und Maltherapie, Boxsacktraining und pferdegestützter Therapie. Jede Therapie war für sich besonders, vor allem wegen des einfühlsamen und kompetenten Personals. In den Gruppentherapien lernte ich, was interpersonelle Psychotherapie bedeutet, und bekam ein besseres Verständnis für Depressionen und Angststörungen. Es tat gut, zu hören, dass andere ähnliche Erfahrungen machten – und selbst erzählen zu können.
Der eigentliche Wendepunkt begann für mich in der pferdegestützten Therapie. Vorher fühlte ich mich, als würde ich in einer Blase voller Sorgen leben. Die Arbeit mit dem Pferd hat mich geerdet. Die Probleme waren nicht plötzlich weg, aber sie fühlten sich weniger erdrückend an. Zum ersten Mal seit langer Zeit spürte ich wieder Freude – ein wunderschönes Gefühl, das ich fast vergessen hatte.
Mit der Zeit wurde mir klar, dass ich die Dinge etwas lockerer sehen muss, um weiterzukommen. Mit einer Depression ist das nicht einfach, aber die Sitzungen mit meiner Ärztin gaben mir den entscheidenden Anstoss. Durch die Traumatherapie, die sie mit mir durchgeführt hat, konnten viele meiner inneren Belastungen endlich gelöst werden.
Die Therapien haben mir geholfen, besser auf meine Gefühle zu hören und wahrzunehmen, was mein Körper und meine Seele mir mitteilen wollen. In der Hohenegg habe ich gelernt, dass Veränderung möglich ist – Schritt für Schritt, mit Unterstützung und Geduld.
Luisa Odermatt, Jahrgang 2006
Hinweis der Kontext-Redaktion: Die pferdegestützte Therapie ist ein Selbstzahlerangebot der Privatklinik Hohenegg.